Japanische Eichhörnchen

Das japanische Eichhörnchen (Sciurus lis) ist ein naher Verwandter unserer Eichhörnchen. Es wird vermutet, dass es vom Sachalin, einem Felsen vor der Mündung des Schwarzen Meers auf die japanischen Inseln vorgedrungen ist. Es stammt vermutlich vom Eurasischen Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ab.

Wie sieht das japanische Eichhörnchen aus?

Das japanische Eichhörnchen hat eine Körperlänge von 16 bis 22 cm. Sein Schwanz hat eine Länge von 13 bis 17 cm. Das ausgewachsene Tier bringt ein Gewicht von rund 300 g auf die Waage. Du kannst das japanische Eichhörnchen auch an den weißen Haaren auf der Bauchseite sowie der weißen Schwanzspitze erkennen. Im Sommer verfärbt sich das Fellkleid rotbraun, während es im Winter eher grau ist. Die Tiere werden im Schnitt zwischen 5 und 6 Jahre alt.

Erstmals wurde das Tier im Jahre 1844 vom niederländischen Zoologen Coenraad Jacob Temminck beschrieben.

Wo ist das japanische Eichhörnchen zu finden?

In erster Linie leben die Nagetiere auf den Hauptinseln Shikoku und Honshu. Auch auf der kleineren Insel Awaji-shima kannst Du das japanische Eichhörnchen finden. Auf der nördlichen Halbinsel Hokkaido wirst Du die kleinen Nager nicht finden.

In erster Linie leben in Japan die Eichhörnchen in borealen Nadelwäldern und Laufwäldern mit einem alten Baumbestand. Du findest die Tiere als Kulturfolger auch immer öfter in Parks und Gärten. Im Gebirge lebt das japanische Eichhörnchen bis zur Grenze von 2000 m.

Laut IUCN ist das japanische Eichhörnchen nicht gefährdet. Der Grund hierfür ist sein relativ großes und stabiles Verbreitungsgebiet.

Die Ernährung

Ähnlich wie die Eichhörnchen bei uns frisst es die Früchte bestimmter Laub- und Nadelbäume, Nüsse, Knospen, junge Triebe und Beeren. Bietet sich ihnen die Gelegenheit, dann fressen sie auch Insekten, Larven, Vogeleier und junge Vögel.

In den frühen Morgenstunden und in den Abendstunden geht das japanische Eichhörnchen auf Futtersuche. Im Sommer meiden die Tiere die heißen Nachmittagsstunden und verbringen ihre Zeit in ihrem Kobel.

Für den Winter legen die Nagetiere genau wie uns ein oder auch mehrere Winterdepots an. Mithilfe ihres Gedächtnisses und des sehr guten Geruchssinns finden sie alle Depots wieder.

Die Fortpflanzung

Im zweiten oder dritten Lebensjahr erreicht das japanische Eichhörnchen seine Geschlechtsreife. Im auslaufenden Winter bis hin zum späten Frühjahr beginnt die Paarungszeit. Es kommt zu wilden Verfolgungsjagden zwischen Männchen und Weibchen.

Ihre Nester bauen die Tiere in luftiger Höhe. Der Kobel hat einen Durchmesser von ca. 50 cm, wobei der Innenraum rund 30 cm im Durchmesser misst.

Haben sich die Tiere erfolgreich gepaart, kommen nach einer Tragzeit von 36 bis 38 Tagen die Jungtiere auf die Welt.   Bei der Geburt sind diese blond, nackt und taub. Sie wiegen zwischen 8 und 10 g. Ab der neunten oder zehnten Woche verlassen die jungen Hörnchen zum ersten Mal das schützende Nest. Ab der sechsten Woche kannst Du allerdings beobachten, dass sich die Kleinen bereits außerhalb des Nestes aufhalten. Droht Gefahr werden sie vom Muttertier im Maul tragend sofort in den Kobel gebracht.