Kaninchen kastrieren

Für jeden verantwortungsbewussten Kaninchenhalter gehört das Kaninchen kastrieren zur Kaninchenhaltung dazu. Nicht dass er dies selbst machen muss, sondern dass er dafür sorgt, dass sich die Kaninchen nicht unkontrolliert vermehren. Gerade dann, wenn nicht gleichgeschlechtliche Geschwister Kaninchen gehalten werden, sollte darauf ein Augenmerk gelegt werden. Denn es besteht bei Nachkommen zwischen Geschwistern die Gefahr einer Inzucht.

Es gibt einen triftigen Grund, warum fast immer die männlichen Kaninchen kastriert werden. Es ist ein deutlich kleinerer und harmloserer Eingriff als bei einem Weibchen. Der Eingriff wird von fast allen Rammlern gut vertragen und ist Routine für Tierärzte. Ebenfalls sind die Kosten für diesen Eingriff deutlich geringer als bei der Kastration einer Kaninchendame.

Frühkastration beim Rammler

Es gibt zwei Arten von Kastration, die altersspezifisch benannt sind. Eine davon ist die Frühkastration beim Rammler, sie wird durchgeführt, bevor die Geschlechtsreife eintritt. Auch hier ist die Rassengröße ein ausschlaggebendes Merkmal, wann die Frühkastration durchgeführt wird. Bei kleineren Rassen erfolgt dies im Regelfall bei einem Alter von 11-12 Wochen. Bei größeren Rassen zwischen der 14. und 16. Woche.

Es ist jedoch auch jederzeit möglich, primär bei größeren Rassen die Kastration vorzuziehen, um ungewollte Schwangerschaften zu 100 % zu vermeiden. Der frühe und rechtzeitige Eingriff sorgt dafür, dass keine Sexualhormone bei den Rammlern produziert werden. Auch wird dadurch das aggressive Verhalten, dass manche Rammler in der Pubertät zeigen, wirkungsvoll verhindert.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch die Frühkastration kein Trennen von der Gruppe notwendig ist. Nach dem Eingriff können die Tiere sofort wieder zu ihrer Gruppe und dort ganz normal erwachsen werden. Ein Rammler, der erst nach der Geschlechtsreife kastriert wird, kann noch zwischen drei und fünf Wochen zeugungsfähig sein und muss deshalb von der Gruppe getrennt bleiben.

Frühkastration ein Vorteil?

Wir meinen ja, denn die jungen Kaninchen erholen sich meist innerhalb von wenigen Tagen von der Operation und sind wieder voll einsatzfähig. Sie können in ihrer Gruppe zurück und ihr Kaninchenleben in vollen Zügen genießen.

Kaninchen kastrieren nach der Geschlechtsreife

Eine Kastration von einem Rammler kann so lange durchgeführt werden, wie das Kaninchen gesund und agil ist. Ein hohes Alter ist dabei kein Hindernis, wir empfehlen jedoch eine Kaninchen Kastration so früh wie möglich durchzuführen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber der wichtigste ist die Rangordnung in der Gruppe. Ein alter Rammler, der eine dominante Stellung in einer Gruppe hat, wird durch die Kastration seinen Rang in der Gruppe verlieren.

Dieser Verlust der Rangordnung kann für manche männliche Kaninchen ein großes Problem darstellen. Sie werden teilweise „depressiv“ und ziehen sich zurück. Dies ist auch verständlich, denn die große hormonelle Veränderung, die in dem Kaninchen stattfindet, sollten nicht unterschätzt werden. Es ist bei fast allen Rammlern, die spät kastriert werden, eine starke Charakterveränderung zu beobachten.

Spätkastration, was ist zu beachten?

Wie wir oben schon erwähnt haben, bleiben die Rammler, die nach der Geschlechtsreife kastriert werden, noch einige Wochen zeugungsfähig. Deshalb ist eine strikte Trennung zu allen weiblichen Kaninchen dringend notwendig. Die Spermien, die noch zeugungsfähig sind, verbleiben im Samenleiter und können dementsprechend noch ausgestoßen werden. Wie lange die Rest Spermien wirklich überleben können, ist wissenschaftlich nicht gesichert.

Jedoch ist uns auch nach studieren von Fachliteratur kein Fall bekannt, wo nach vier Wochen noch ein Kaninchen von einem kastrierten Rammler trächtig wurde. Aufgrund des aufwendigen Prozesses einen alten Rammler zu kastrieren, mit der Gefahr, dass er psychisch leidet, plädieren wir hier eindringlich dafür, dass eine Frühkastration bei den Rammlern durchgeführt werden sollte.

Vorteile einer Kaninchen Kastration

Eine Kaninchen Kastration hat mehrere Vorteile, der wichtigste Vorteil ist definitiv, dass keine ungewollten Schwangerschaften innerhalb der eigenen Kaninchenhaltung stattfinden. Denn hierbei gibt es immer wieder die Gefahr, dass Geschwister untereinander sich vermehren und eine Inzucht dadurch gefördert wird. Ebenfalls wird es häufig schwierig, die Jungtiere in vertrauensvolle und gute Hände abzugeben.

Dann, wenn Du mehrere Rammler miteinander Vergesellschaftung möchtest, ist die Kastration auch ein Vorteil. Denn dann wird es keine heftigen Revierkämpfe geben, so wie es bei unkastrierten Tieren der Fall ist. Sie sind deutlich leichter zu Vergesellschaftung und es ist kein Problem, dass mehrere Rammler miteinander friedlich leben. Verletzungen, wie sie ansonsten normal sind bei Revierkämpfen bleiben fast immer vollständig aus.

Kaninchen kastrieren Kosten

Wichtig ist natürlich für einen Kaninchenbesitzer auch zu wissen, welche Kosten auf ihn zukommen, wenn er sein Kaninchen kastrieren lässt. Die Kosten belaufen sich im Regelfall auf 30-60 €, in seltenen Fällen auch etwas. Hier kann man sich aber durch einen kurzen Telefonanruf beim Tierarzt vorab informieren, welche Kosten bei ihm anfallen werden. Meist sind Tierarztpraxen auf dem Land günstiger als in der Stadt.

Unterschieden werden muss die Kosten zwischen einer normalen Kastration und einer Frühkastration. Im Regelfall sind die Frühkastrationen etwas teurer, da hier der Eingriff etwas aufwändiger ist. Auf lange Sicht gesehen sind die Kosten Kaninchen zu kastrieren deutlich geringer, als ständig Jungtiere aufzuziehen und sie in gute Hände zu vermitteln.

Das Kaninchen nach der Kastration

Nachdem Dein Kaninchen den Eingriff erfolgreich hinter sich gebracht hat und alle Narkose aufgewacht ist, kannst Du es mit nach Hause nehmen. Doch hier solltest Du einige Dinge beachten.

Keine Einstreu in den Stall

In den ersten Tagen nach der Operation solltest Du keine Einstreu in den Stall einbringen. Das kastrierte Kaninchen hat eine offene Wunde und durch die Einstreu können Infektionen entstehen. Als Alternative kannst Du Handtücher oder andere Stoffe auslegen. Die Toilettenecke kannst Du mit Küchenpapier auskleiden und so kurzfristig trotzdem hygienische Bedingungen sorgen.

Spätkastration – Trennfrist beachten

Sollte die Kastration bei einem erwachsenen Rammler durchgeführt worden sein, dann muss er mindestens vier Wochen von seiner Gruppe getrennt bleiben. Nur so können ungewollte Schwangerschaften vermieden werden.

Essen und Trinken nach dem Kaninchen kastrieren

Viele Rammler sind nach der Kastration in einem gestressten und/oder auch ängstlichen Zustand. Hier solltest Du bei Deinem Tier bleiben und im gut zu reden sowie streicheln, sodass es sich nicht allein fühlt, denn seine Gruppe wird ihm fehlen. Du solltest darauf achten, dass Dein Tier genügend trinkt und auch nach kurzer Zeit wieder anfängt zu essen. Füttere ihn am besten mit einer seiner Lieblingsspeisen.

Knabbern an der Wunde

Nicht selten fangen die Kaninchen an, die Fäden an der Wunde anzuknabbern. Dies muss unbedingt vermieden werden, da ansonsten die Wundheilung deutlich länger dauert und es sich Infektionen bilden können. Meist wird vom Tierarzt zwar ein Pflaster aufgeklebt, jedoch entfernen sich manche Rammler dieser gerne. Sollte das Pflaster ausgetauscht werden, dann achte darauf, dass es gut sitzt und nicht gleich wieder weggerissen wird.

Sollte Dein Kaninchen das Pflaster überhaupt nicht tolerieren, dann gibt es die Möglichkeit eine Halskrause. Dies ist die sicherste Variante, um zu verhindern, dass das Kaninchen an der Wunde arbeitet.

Kaninchen kastrieren – Nachuntersuchung

In Absprache mit dem durchführenden Tierarzt wird eine Kontrolluntersuchung vereinbart. Dabei werden die Fäden gezogen und eine Kontrolle durchgeführt, ob die Heilung ordnungsgemäß verläuft. Manche Tierärzte nutzen auch Fäden, die sich selbst auflösen, und eine Kontrolluntersuchung wird dadurch hinfällig. Solltest Du jedoch gerötete oder entzündete Stellen feststellen, dann kann Dein Tier zum Arzt.