Feldhamster im Garten

Feldhamster im Garten

Ein Feldhamster im Garten ist in vielen Gegenden von Deutschland leider eine Seltenheit geworden. Die kleinen Kerle sind vom Aussterben bedroht und deshalb ist es besonders wichtig, dass, wenn ein Feldhamster in Deinem Garten sein sollte, Du Dich ein wenig, um ihn kümmerst. Doch erst einmal muss Du erkennen, dass ein Feldhamster in Deinem Garten ist.

Erkennen, dass ein Hamster im Garten ist

Erkennen, dass ein Feldhamster im Garten ist, kannst Du hauptsächlich an den Fallröhren, die der Hamster anlegt. Diese haben bei einem ausgewachsenen Tier einen Durchmesser von 7-10 cm und sind kreisrund. Diese Fallröhren gehen senkrecht in die Erde und haben eine Tiefe von mind. 30 cm. Bei jungen Feldhamstern ist der Durchmesser etwas geringer und beträgt 4–7 cm.

Häufig ist der direkte Umkreis der Fallröhren komplett kahl gefressen. Man spricht hier von einem Fraßkreis. Im Frühjahr kommen zu den Fallröhren die sogenannten Schlupfröhren hinzu. Je nach Wetterlage beendet der Feldhamster im April/Mai seine Winterruhe und buddelt sich durch die Schlupfröhren ins Freie. Zu erkennen sind diese Röhren gut an der großen Menge an frischer Erde, die um den Eingang verteilt ist.

Die Schlupfröhren sind im Gegensatz zu den Fallröhren nicht senkrecht, sondern verlaufen schräg nach oben.

Warum ein Fraßkreis um die Fallröhren?

Die Fallröhren sind senkrecht angelegt, um dem Feldhamster eine schnelle Flucht zu ermöglichen. Er lässt sich sprichwörtlich in die Röhre fallen, um evtl. Feinden wie  Greifvögeln oder Füchsen zu entkommen. Der Fraßkreis, um diese Röhren wird angelegt, damit der Feldhamster beim Verlassen der Röhre einen guten Überblick von der Umgebung hat.

Der Sommerbau eines Feldhamsters im Garten

Es gibt deutliche Unterschiede zwischen einem Sommerbau des Feldhamsters und dem Winterbau. Der Sommerbau hat mehrere Ausgänge, die als Fallröhren angelegt werden. Innerhalb dieses Baus gibt es mehrere Kammern, die mit Gängen untereinander verbunden sind. Dazu gehören Nestkammer, Vorratskammer und Kotkammer. Die Tiefe eines solchen Baus beträgt zwischen 40 und 60 cm.

Bei jungen Feldhamstern, die gerade aus dem elterlichen Bau geworfen wurden, sieht der Aufbau etwas spartanischer aus. Hier besteht der Bau die ersten Wochen meist nur aus einer Röhre und einer Nestkammer. Dieser Bau wird jedoch im Laufe der nächsten Woche und Monate erweitert. Erkennen kann man diese Bauten auch daran, dass die Röhren einen geringeren Durchmesser haben.

Feldhamster im Garten – Winterbau

Der Winterbau wird deutlich tiefer ausgehoben, als dies beim Sommerbau der Fall ist. Ein Feldhamster im Garten gräbt hier mind. 1,2 m tief, damit er in einem frostsicheren Bereich überwintern kann. Wichtig ist hierbei, dass der Boden aus einer festen Masse besteht. Diese Böden werden als tiefgründig bezeichnet und sind oft mit einem hohen Lehmanteil versehen.

Diese festen Böden sorgen dafür, dass Kälte und Feuchtigkeit gut vom Winterbau abgehalten werden. Das Eindringen von Grundwasser muss auf alle Fälle vermieden werden, da die Tiere ansonsten in ihrem Bau ertrinken würden. Ebenfalls muss bei starken Regenfällen ein ausreichender Schutz vorhanden sein. Die Röhren zum Winterbau werden vor der Winterruhe vom Feldhamster verschlossen.

Im Frühjahr wird der Bau dann durch oftmals frisch gegrabene Schlupfröhren verlassen.

Wie viele Feldhamster leben in einem Bau?

Hier variiert die Zahl von 1 bis 10, der Grund ist einfach, junge Hamster sind zuerst allein in ihrem Bau und erst mit der Geschlechtsreife gesellt sich ein anderer Feldhamster hinzu. Sobald sich Nachwuchs einstellt, erhöht sich logischerweise die Anzahl an Tieren. Nur selten ist mehr als 1 Familie in einem Bau zusammen. Jedoch sind Nachbarschaftsverbände keine Seltenheit.

Feldhamster im Garten entdeckt, was tun?

Das Beste, was Du tun kannst, ist ihn in Ruhe zu lassen. Der Feldhamster hat im Gegensatz zu einem Goldhamster oder Zwerghamster keine Lust auf Menschen und hat Angst vor ihnen. Deshalb solltest Du einen Feldhamster auch niemals anfassen oder ihm zu schnell nähern. Die Tiere sind teilweise so schreckhaft, dass sie evtl. aus Deinem Garten wieder ausziehen, wenn sie dort zu wenig Ruhe haben.

Willst Du den Feldhamster unterstützen, dann kannst Du dafür sorgen, dass er in Deinem Garten genug Sämereien findet. Auch das Ablegen von Kornähren hilft dem Tier gut über den Winter zu kommen. Ausgelegtes Vogelfutter wird vom Feldhamster eingesammelt und in die Vorratskammer getragen. Hier solltest Du darauf achten, dass kein zu hoher Fettanteil, wie  bei einem Meisenknödel vorhanden ist.

Wann ist der Feldhamster im Garten aktiv?

Du hast alle Anzeichen dafür gefunden, dass Du einen Feldhamster im Garten hast und trotzdem siehst Du ihn nie. Dann bist Du in bester Gesellschaft, denn die meisten Gartenbesitzer, die einen Feldhamster im Garten haben, bekommen ihn leider nie zu Gesicht. Der Grund hierfür ist, dass die Tiere unglaublich scheu sind und ein gutes Gehör haben.

Wir Menschen machen beim Laufen Geräusche, die für einen Feldhamster einem Erdbeben gleichkommen und er deshalb nicht aus einem Bau kommt, oder sich darin versteckt. Dazu kommt, dass er primär in den Nachtstunden aktiv ist und nur selten am Tage. Hier schläft er die meiste Zeit, oder ist mit dem Ausbau seiner Behausung beschäftigt.