Sind Igel blind

Sind Igel blind?

Ja, es gibt eine Zeit, da sind Igel blind. Dies ist die Zeit bei der Geburt und ca. fünf Wochen danach. Der Zeitpunkt für die Geburt eines Igels ist im Regelfall im August bis Mitte September. Die Tragezeit von der Befruchtung bis zur Geburt dauert  und fünf Wochen. Die Mutter bringt dann zwischen vier und sieben kleine Igel auf die Welt. Diese werden prinzipiell allein von der Mutter aufgezogen.

Mit einem Alter von ungefähr zwei Wochen öffnen sich die Augen des kleinen Igels und mit 25 Tagen verlassen diese zum ersten Mal das Nest. Zu Beginn werden nur kleine Ausflüge gemeinsam mit der Mutter unternommen, da die jungen Igel die Gefahren noch nicht einschätzen können.

Igel sehen schlecht

Die Augen des Igels sind rund und schwarz und ähneln Knöpfen. Die Augen sitzen vorne am Kopf und sind vom Fell bedeckt. Genauso wie die Ohren sind auch die Augen des Igels relativ groß im Vergleich zu seinem restlichen Körperbau. Dennoch spielt die visuelle Wahrnehmung beim Igel nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger sind für ihn seine anderen Sinnesorgane.

So verlässt sich der Igel bei der Nahrungssuche in erster Linie auf sein Gehör und auf seinen Geruchssinn. Die visuelle Wahrnehmung spielt hier so gut wie keine Rolle. Dadurch dass der Igel vor allem nachts aktiv ist, haben sich seine Sinnesorgane auf diese speziellen Anforderungen eingestellt. So kann er Farben so gut wie gar nicht erkennen.

Es sieht fast alles nur unscharf und verschwommen. Du kannst Dir das vorstellen, wie wenn Du unter Wasser schwimmst und die Augen öffnest. Zwar erkennst Du einiges, jedoch unscharf und verschwommen. Dies ist jedoch in der Nacht nicht so wichtig, denn wie wir wissen ist zu dieser Zeit sowieso nahezu alles grau oder schwarz.

Sind Igel blind?

Was wäre, wenn der Igel blind wäre?

Wäre ein Igel komplett blind, hätte er gegenüber seinen ziemlich schlecht sehenden Artgenossen kaum einen Nachteil. So können auch blinde Weibchen den Nachwuchs sehr erfolgreich aufziehen und die jungen Igel auf das spätere Leben in der Natur mühelos vorbereiten. Herausgefunden haben dies Wissenschaftler, die mit Igeln in unterschiedlichen Situationen telemetrische Untersuchungen gemacht haben.

Auch wenn die Igel mit ihren schlecht entwickelten Augen nichts sehen, bei der Nahrungssuche sind sie wahre Künstler. So können Sie problemlos sogar im Ultraschallbereich hören und riechen über mehrere Meter hinweg eine potenzielle Beute. Damit diese Beute nicht zu schnell auf den Igel aufmerksam wird, hat er eine besondere Taktik entwickelt.

Dazu kaut der Igel auf Dingen herum, die er findet. Der Kauvorgang wird so lange durchgeführt bis ein schaumiger Speichel entsteht. Dieser Speichel wird dann auf die seitlichen Stacheln gespuckt, so dass der Igel den Geruch davon annimmt. Damit werden die Beutetiere nicht so schnell auf ihn aufmerksam und er kann diese leichter fangen.

Also Igel sind nicht blind, sehen jedoch schlecht und haben sich hervorragend auf diese Situation eingestellt.